Open Air Kino

Einmal im Jahr veranstaltet Pro Neckarbischofsheim, unser Kooperationspartner, Freitagabends eine Filmvorführung unter freiem Himmel im Schlosspark von Neckarbischofsheim. Sobald die Dämmerung einsetzt, lassen Sie es sich schmecken und wir lassen die Leinwand flimmern. 

 

Hier finden Sie Informationen zur nächsten Vorführung und alle Vergangenen.


17.07.2026

Nur für einen Tag

 

 

Frankreich 2025; Regie: Amélie Bonnin; Darsteller*innen: Juliette Armanet, Bastien Bouillon, Francois Rollin u.a., FSK: ab 12, 96 Minuten

 

 

Amélie Bonnin verpackt die Geschichte einer Gourmetköchin, die in die ­heimatliche Provinz zurückkehrt, als Mischung aus Romanze, Komödie, Familiendrama und Musical

 

Die gastronomische Gegenwart für Cécile Béguin (Juliette Armanet) bedeutet kreativen Stress. In 14 Tagen wird die erfolgreiche Absolventin von »Top Chef«, einem TV-Wettbewerb für Profiköche, mit ihrem Partner Sofiane (Tewfik Jallab) ein eigenes Restaurant in Paris eröffnen. Was fehlt, ist »le truc«, ein unverwechselbares Gericht, das ihre Handschrift trägt. In Amélie Bonnins »Nur für einen Tag«, dem Eröffnungsfilm in Cannes 2025, steht Cécile anfangs in der Küche und bastelt an ihrer Gastrozukunft. Aber Bonnin, die »Nur für einen Tag« aus ihrem gleichnamigen Kurzfilm von 2021 entwickelt hat, gönnt ihrer Hauptfigur kein frühes Happy End. 

 

Der Vater (François Rollin) hat erneut einen Herzinfarkt erlitten. Cécile macht sich auf den Weg in die französische Provinz, wo die Familie Béguin an einer Route nationale ein Lokal betreibt. Es ist eine Reise in die Vergangenheit: persönlich und kulinarisch. Cécile trifft Familienhund Bocuse wieder sowie ihre Jugendliebe Raphaël (Bastien Bouillon). Spannungen mit der Mutter (Dominique Blanc) sind programmiert, erst recht mit dem Vater, der sich selbst aus dem Krankenhaus entlassen hat. Cécile moniert wortreich, aber machtlos, dass sich das Menü ihrer Eltern für die Gäste nicht verändert hat. Nach wie vor im Angebot ist die Macé­doine, ein »signature dish« einfach-rustikaler Küche auf der Basis von Gemüse.

 

Vor David Cailleys Kamera entwickeln sich Handlungsstränge ohne Anspruch auf Originalität. Scheinbar erloschene Emotionen im Verhältnis von Cécile und Raphaël bemächtigen sich mit großer Intensität des ehemaligen Paars. Spannungen innerhalb der Familie Béguin verlieren peu à peu an Konfliktpotenzial, ein versöhnliches Ende kommt in Sicht. Was Bonnins Werk sehenswert macht, ist nicht das Was, sondern das Wie. Die Filmsprache besitzt einen improvisiert anmutenden Duktus, erscheint auf kunstvolle Weise kunstlos. Manchmal scheint es, als wäre die Kamera zufälliger Zeuge, wenn die Figuren miteinander streiten, sich sinnlich begegnen oder ausgelassen feiern. Oder immer wieder anfangen zu singen. Auch das wirkt hier vollkommen natürlich. Die Musik spielt eine Hauptrolle, sie spiegelt und kommentiert die Handlung. »Pour que tu m'aimes encore« von Céline Dion erklingt als Liebesmotiv, »Mourir sur scène« von Dalida als Memento mori. Francis Cabrels Chanson »Je l'aime à mourir« hat keine Chance, sich zu entfalten; es bricht abrupt ab. Das passt, denn die Beziehung von Cécile und Raphaël besitzt eine komplexe Dynamik. Ein anrührender Moment entsteht, wenn Rollin und Armanet Claude Nougaros »Cécile ma fille« singen. Die erste Zeile »Elle voulait un enfant« spielt auf ein zentrales Thema des Films an.

 

Das Ensemble fühlt sich in dem originellen Rahmen zwischen Romanze, Komödie, Familiendrama und Musical sichtlich wohl. Armanet vereint Charme und Nervensägentum. Blanc als Fanfan beschließt den Film mit einer überraschenden Pointe. Das Mitglied der Comédie Française hat für so etwas ein besonderes Händchen.

 © Wild Bunch

 


Vergangene Vorstellungen

18.07.2025

2024

Die einfachen Dinge

Frankreich 2023; Regie: Éric Besnard; Darsteller*innen: Lambert Wilson, Grégory Gadebois, Marie Gillain u.a., FSK: o. Al.; 95 Min.

 

 

 

2023

SYNOPSIS

Die ebenso begnadete wie streitbare Köchin Cathy Marie ist Sous-Chefin in einem Sternelokal und steht kurz davor, ihren Traum eines eigenen Restaurants zu verwirklichen. Doch dann legt sie sich einmal zuviel mit ihrer Chefin an und findet sich plötzlich ohne Job und in ernsten finanziellen Schwierigketen wieder. Eine Anstellung auf ihrem Niveau zu finden, erweist sich als fast aussichtsloses Unterfangen, und so sieht sich Cathy Marie mit fast 40 Jahren gezwungen zu nehmen, was da ist: Kantinenköchin in einem Heim für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Cathy Marie ist in die kulinarische Hölle geraten: Dosenravioli, Mikrowelle und eine eher ahnungslose, allerdings hochmotivierte Küchenbrigade aus Heimbewohnern. Ihr Traum scheint in weite Ferne gerückt. Oder etwa doch nicht?

„Die Küchenbrigade“ ist nach „Der Glanz der Unsichtbaren“ der neue Film von Louis-Julien Petit, mit den großartigen Audrey Lamy, François Cluzet, Chantal Neuwirth und Fatou Kaba in den Hauptrollen: Ein Film voller Menschlichkeit und Zärtlichkeit, komisch, unterhaltsam und bewegend, mit unendlicher Liebe für seine Protagonisten und die gute Küche.

 

Mehr Infos zum Film: https://kuechenbrigade.piffl-medien.de/

2022

Film-Premiere im Juni in Sinsheim und im Juli schon bei uns!

Am 22.07.2022 war es wieder so weit. Der Schlosspark wurde zum Kino-Saal und rund 285 Menschen genossen die Vorführung des Films "Schmetterlinge im Ohr" von Pascal Elbe unter freiem Himmel bei Snacks, Baguettes und kühlen Getränken. Amüsant, unterhaltsam und dabei auch Tiefgang - Eine tolle Wahl, die Esther Neudel (Initiatorin & Organisatorin des Open Air Kinos und Vorstand von Pro Neckarbischofsheim e.V.) hier für diesen Abend getroffen hat! 

2021

2019

Auch dieses Jahr war das Open Air Kino wieder ein voller Erfolg. Bei Einbruch der Dunkelheit war der Schlosspark  voll besetzt und  kamen in den Genuss des französischen Films " Madame"  Inzwischen hat sich die jährliche Veranstaltung herumgesprochen und wir arbeiten schwer daran die Sitzplatz-Möglichkeiten zu erweitern...

 


2017